30.12.2016: Du bist so klein und zierlich. HÄH??

Es war fast surreal…
Da gehe ich mal wieder auf ein Metal-Konzert, um einige Fotos zu  machen, wie ich das so hin und wieder mal mache. Zwischendrin brauch ich manchmal ordentlich was auf die Ohren, um das Gehirn durchzupusten.

Und wie immer, schleiche ich mich zwischendrin mal raus, um eine zu rauchen und schonmal die ersten Bilder in der Kamera zu sichten.

Und wie immer, stehen auch andere Raucher draussen und man kommt ins Gespräch. Dieses Mal waren es drei junge Männer.

Wie das Leben so spielt, kommt das Thema auf Krav Maga. Und da schaut mit der eine junge Mann an und es kommt so völlig spontan aus ihm herausgesprudelt:

„DU machst Krav Maga?? Hätte ich ja nie gedacht! Du bist doch so klein und zierlich!!“

Ich hätte ihn am liebsten adoptiert! :o))))

Und alle waren sich einig, ich seie klein und zierlich. Und ich konnte es nicht fassen. Weil ich mich völlig anders wahrnehme.

Jungs, auch wenn Ihr das hier nie lesen werdet, Ihr habt mir das schönste Abschiedsgeschenk für 2016 gemacht.

Und dafür bin ich gerne mit einem von Euch Arm in Arm und flirtend wieder rein, um Deinen Kumpel eifersüchtig zu machen.

Ich bin so klein und zierlich. Unfassbar!
So sah ich heute Abend aus. Und das ist doch alles andere als klein und zierlich:
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Jungs, ich hab Euch lieb! :o*

Kida!

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23.12.2016: Glücklich – die Rückschau

 

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Lächeln – damit ich Eure Seelen einfangen kann!

Erstmal die Fakten: – 24 Kilos.

Das sind zwei weniger, als ich geplant hatte.
Und nun soll noch ein weiteres Kilo folgen und dann sehe ich weiter.

Was hat sich so alles geändert?

Ich schaffe mittlerweile 4 Kilometer am Stück zu laufen. Nicht schnell, nicht schön – aber 4 Kilometer. Und die Achillessehnen halten.

Ich bin im neuen Job wirklich glücklich. Nach der Bruchlandung im letzten Job, der 4 Jahre lang die Hölle war, habe ich wieder das Gefühl, irgendwo angekommen zu sein, wo man eine berufliche Heimat finden kann, wo man als Mensch wahrgenommen wird, wo die Arbeit gewertschätzt wird und man nicht nur zur Bedienung der persönlichen Eitelkeiten dient.

Die körperlichen Veränderungen sind jetzt so deutlich, dass ich sie selber auch sehe.

Und irgendwie zieht das Veränderungen im Inneren nach sich.
Ein banales Beispiel ist der Kauf von Bekleidung. Früher ein Horrorszenario. Nichts saß wirklich und oft genug endete der Versuch, eine neue Bürohose zu bekommen, mit Tränen.

Jetzt sitzen die Hosen, einige Nummern kleiner zwar, immer noch beschissen, dank meiner Eieruhrfigur (blöd wenn  man in den Oberschenkeln 40 oder 42 braucht, in der Taille aber mit mittlerweile 36 / 38 hinkommt *nerv*) immer noch beschissen, aber ich kann es mittlerweile der Kleidung zuschieben und nicht mehr mir selber.
Oder wenn etwas zwar passt und sitz, aber einfach mir nicht steht, kann ich schlicht sagen: Steht mir nicht. PUNKT. Wo es früher hieß: Ich bin zu häßlich dafür.

Häßlich bin ich zwar immer noch, aber das steht ja auf einem anderen Blatt. :o)

Diese Versagensgefühle beim Kleidungskauf sind weg.

Ich merke, wie ich mich mehr traue. Weiter aus meiner Komfortzone rausgehe. Ein Spruch, der mir dabei geholfen hat, war: „Was hab ich zu verlieren? Eben. Und im schlimmsten Fall wird es eine Erfahrung.“

Ich habe alte Freunde per Zufall wiedergefunden und wir konnten anknüpfen, wo wir vor knapp 20 Jahren aufgehört haben.

Ich habe neue Bekannte kennengelernt und dadurch viele neue Erfahrungen gemacht.

Ich habe das Gefühl, ein Stück weit der Mensch geworden zu sein, der ich gerne wäre. Und am Rest wird weiter gearbeitet.

Ich habe aufgehört, Ratgeber zur Persönlichkeitsentwicklung zu lesen. Denn nun kann ich sagen: Es lag nicht an mir! Es lag am früheren Chef, Job, Kollegen… der ganzen Konstellation. Ich bin ok im Beruf. Ich bin wirklich gut. Erstaunlich, wie so einige Jahre einem das nehmen können.

Ich kann wieder laut sagen:
Ja, ich bin ein guter Mensch. Hilfsbereit, tierlieb, helfe alten Omis über die Straße (ob sie wollen oder nicht *gg*), fröhlich (wieder!), lustig, humorvoll, tiefgründig, kann wirklich gut gönnen, kann gut frozzeln…. ich bin NETT. Und wer nett für die kleine Schwester von Scheiße hält, hat echt ein Problem. Denn nett sein ist nichts schlechtes!

Und ich blicke zurück auf dieses Jahr und kann jetzt, zu genau diesem Zeitpunkt sagen:

Ich bin glücklich.
Und dankbar.

Ich habe einen Job. Genug zu essen. Ein Dach über dem Kopf. Bin weitestgehend gesund. Ich habe Freunde und Bekannte. Ich fühle mich in meinem momentanen Umfeld gut behandelt

Danke, 2016. Du hast so hart angefangen. Ich bin in Dir und an Dir und Deinen Vorgängern fast zerbrochen.
Aber Du hast mir auch die schönste Zeit seit langem beschert.

Ich wünsche allen, dass sie glücklich sind. Ob jung ob alt, ob groß ob klein, ob dick oder dünn, ob Mann oder Frau….

In diesem Sinne Euch allen ein gesegnetes Fest des wiederkehrenden Lichtes.

Lächeln – damit ich Eure Seelen einfangen kann!

02.12.2016: Läuft! Wer? Ich? Niemals! – Doch!!!!

Ich bin fassungslos!!!!! Ich habe heute die längste Strecke am Stück laufend zurückgelegt!

Ich hatte ja einfach nur die Schnauze voll davon, nicht laufen, nicht wandern zu können. Mein Körper hat mir ja die letzten Jahrzehnte immer deutlich gesagt: Kann ich nicht. Und wenn Du mich zwingst, geh ich kaputt. Und er war da sehr einfallsreich und ausgesprochen kreativ. Von hamlosen Dingen wie Rückenschmerzen über Knieschmerzen bis hin zu richtig fieser Achillessehnenentzündung – bei der er sogar beschloss, diese als erfolglos austherapiert chronisch werden zu lassen – war alles dabei. Kein Thema.

Und dieses Jahr im Sommer hat es mich gepackt. Ich WOLLTE das. OBWOHL ich laufen HASSE!

Also bin ich im dunklen los. Damit mich keiner sieht. Weil ich mich zu Tode geschämt habe.

Und hab mir einige Runden ausgeguckt, die vom Boden her für meine Sehnen gehen. Sandboden oder weicher Boden ist nämlich leider gar nicht so gut für die Achillessehnen. Aber der Asphalt halt nicht für die Schienbeine – und irgendwas war ja immer. *nerv*

Und somit bin ich losgeGANGEN. Einfach nur rechter Fuß, linker Fuß. Gehen. Und dann hab ich angefangen mit 30 Metern laufen. Also eben nicht die Gehbewegung, sondern sowas in der Art wie eine Laufbewegung.

Und dann wieder gegangen. Und ein zweites Mal 30 Meter. Und kam heim und war fertig. Die Sehnen waren dick, rot, heiß und schmerzhaft.

Aber viel Eis, lange viel Eis, hilft viel. Vor allem in Kombi mit reichlich Ibu 800.

Und ganz lange hab ich so rumgekrebst. Trotz täglichem losstiefeln. Nichts ging voran. Die Teilstücke wurden nicht länger. Und wenn ich dochmal ein längeres Teilstück geschafft hatte, wars beim nächsten Mal wieder völlig grütze.

Und bis diesen Montag hab ich jeweils ein Teilstück von 1200 Metern geschafft und eins von 800 Metern.

Und heute?

Ich hatte so dermaßen keinen Bock. Und Gier auf Schokolade. Und Zimtsterne. Und Chips. Und überhaupt. Hauptsache viel. Fettig, süß, salzig. Und auf Couch. Vielleicht noch heißen Kakao dazu.

Und dann hab ich gedacht: Neeee. Du bist jetzt so weit gekommen. Von 30 Metern auf 1200 Meter. Und hast gerade eh nicht die Zeit täglich zu gehen und zu „laufen“, sondern schaffst eh nur zweimal die Woche. Mach Dir das nicht kaputt. Reiss Dich zusammen. Beweg Deinen faulen Arsch. Und geh los. Und wenn Du nur gehst, nicht läufst, aber geh.

Und was mach ich??????

Ich schaffe 3.400 Meter am Stück zu laufen!!!! Das ist fast die ganze kurze Runde!!! Und ich hätte, als ich wieder an meinem Haus ankam, noch weiter laufen können!

Ich bin echt glücklich! Auch, weil die Sehnen inzwischen halten. Trotz Vernarbungen. Trotz Verklebungen. Trotz Verkürzung.

Für einen echten Läufer ist das echt nichts. Zu kurz. Zu langsam. Für mich ist es echt etwas ganz, ganz großes.

Laufen. Ich. Unfassbar!

Welt – lass Dich umarmen!!!!diattraum

26.11.2016: Figurveränderungen sind wie eine Rolle Klopapier – oder: Neues von meinem Hintern

Fakten des Tages: – 24 Kilo.
Ich bin fassungslos. Überrascht. Erstaunt. Glücklich. Und habe Angst.

Irgendwie kommt es in meinem Kopf noch nicht an, dass ich keinen BMI von über 30 mehr habe, sondern von 22,8.

Und lange habe ich mich gewundert, wieso ich nichts von diesen Veränderungen sehe, spüre, fühle. Weder vor dem Spiegel nackt, noch beim Kleidungskauf noch sonstwo.

Und dann habe ich festgestellt:

Das ist wie bei einer Rolle Toilettenpapier. Ist sie neu und randvoll und man nimmt 10 Blätter weg, fällt das gar nicht auf.
Ist sie aber fast leer und man nimmt wieder 10 Blätter weg, fällt das deutlich auf.

Obwohl ja 10 Blätter nunmal 10 Blätter sind.

Ist halt prozentual gerechnet mehr. Aber da ich kein mathematischer Mensch bin, sind Prozentzahlen für mich etwas zu abstraktes. Aber dieser Klopapiervergleich, der ist für mich schön anschaulich.

Vielleicht seh ich ja bald was.
Wobei ich mich erstaunt ertappe, wie ich beim laufen in diese eine Schaufensterscheibe spinkse und meinen Hintern begutachte.
Der war schon immer echt ok. Hoch angesetzt, rund, knackig und fest.
Aber jetzt ist er kleiner, hoch angesetzt, rund, knackig und fest. 😀

Ich glaub, ich mag meinen Hintern!
Und dass ich das schreibe, ist irgendwie merkwürdig. Denn auch wenn ich ihn früher auch schon gut fand, hab ich immer meine Augen genannt. Weil, die waren ja nie übergewichtig, oder?
Die waren immer grün-bernstein.

Aber mein Po ist echt gut. Find ich.

Also bewege ich meinen Arsch weiter und hoffe, der restliche Körper folgt. 😉

13.11.2016 Kleine Dinge, die mir aufgefallen sind – und vielleicht durchhalten helfen?

Manchmal sind es die klitzekleinen Dinge im Alltag, die im Kopf „Uuuiiiiii“ hervorrufen.

Mir ist vor kurzem eine Münze herunter gefallen. Und ich habe mich einfach gebückt und sie aufgehoben.

Klingt jetzt erstmal unspektakulär, oder? Ist es eigentlich auch. Aber: Während ich so in die Hocke ging, mein Zehnerle aufhob schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich es einfach so gemacht habe. Ganz normal. Und mir ist aufgefallen, dass mit meinem früheren, höheren Gewicht in der gleichen Situation, zeitgleich ganz andere Gedanken aufgetaucht sind. „Och nööö… / Muss das jetzt sein…. / Na priiiiimaaaa… / Auch das jetzt noch…“ So in die Richtung. Und ich wäre einen kleinen Schritt zurück getreten, hätte auf die Münze geguckt, die Hose ein wenig hochgezupft, wäre in die Hocke gegangen, hätte die Münze aufgehoben, die Hände auf die Oberschenkel gestützt und mich hochgedrückt.

Allein die Tatsache, dass ich jetzt schlicht runter, aufheben, hoch in einer einzigen Bewegung durchgeführt habe OHNE einen Gedanken dran zu verschwenden, war für mich irgendwie ein ziemlich beeindruckender Aha-Effekt.

Es war ja nicht so, dass ich mit 22 Kilos mehr Probleme im Alltag gehabt hätte. Nein, mir waren keine Stühle zu eng, ich passte durch alle Drehkreuze, Flugzeugsitze waren völlig ausreichend… Sprich, ich fühlte mich durch meine paar Kilos zuviel nicht eingeschränkt. Und im Vergleich zu Menschen im Bereich der noch höheren Adipositas war ich das ja auch nicht. Und ich hatte keine Vorstellung, wieviel schwerer mir doch solche Kleinigkeiten gefallen sind. Woher auch? Ich hatte ja keinen Vergleich.

Die Kilos kamen ja nicht über Nacht und haben mich angesprungen und sich auf meinen Hüften festgekrallt. Die habe ich mir ja schon grammweise in akribischer Kleinarbeit fleissig und stetig draufgefuttert. Und habe ich mich ja auch grammweise an die erhöhten Anforderungen gewöhnt.

Und das ist mir zum ersten Mal richtig klar geworden. An einem kleinen Zehncentstück.

Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr solcher Kleinigkeiten fallen mir auf.

Handy vergessen? Aus dem Auto, Treppe runter, Handy holen, Treppe hoch, aus. Kein innerliches Aufstöhnen „Och nöööö jetzt muss ich schon wieder die Treppe runter..“

Und daran sehe ich, dass mir viele, viele Dinge nun doch leichter fallen, als früher. Und dass ich doch eingeschränkt war. Auch wenn mir das bis vor wenigen Tagen gar nicht bewußt war. Da ging es schlicht um Optik.

Und das war so beeindruckend, dass ich hoffe, dass mir das eine Warnung sein wird, falls ich mich mal wieder in Disziplinlosigkeit verliere und zu viel esse, so dass die Waage wieder in die falsche Richtung ausschlägt.

Ist Euch sowas auch aufgefallen, ohne dass Ihr im Bereich „morbid adipös“ oder in ähnlich hohen Gewichtsbereichen vorher wart?

10.11.2016: Mein erstes Mal…

Tja, was gibts Altes und Neues?

Stand Gewicht: – 23 Kilo.
Ja, es hätte inzwischen noch ein Kilo mehr weniger (lustiger Satz *g*) sein können, aber mir kamen da einige Stücke Schokolade dazwischen. Mit Zimt. Und das, wo ich sonst kein Typ für Süßes bin, sondern eher bei Chips schwach werde. Aber bei Zimt kann ich nicht nein sagen.

Und dann kam es. Mein erstes Mal.

Ich hab mir vorher tage- und nächtelang Suchergebnisse im Internet herausgesucht, Videos geguckt, Foren gelesen…

Was zieht man an?
Was wird einen erwarten?
Wie wird der Partner / die Partner sein?
Werde ich mich völlig blamieren, weil ich das ja noch nie getan habe?
Werde ich es überhaupt über mich bringen?
Werde ich es schaffen?
Wird es weh tun?
Was gibt es für Schutzmöglichkeiten?

Und dann war ein Termin ausgemacht und die letzten Tage und Nächte davor hatte ich wirklich Muffensausen. Bin ein wenig mehr gewalked und glaufen, habe ein paar Crunches mehr gemacht, um meine Körper noch ein wenig in Form zu bringen, und dann war er da. Der Tag X.

Also nach der Arbeit heim, umziehen, Tasche schnappen, wieder ins Auto, die richtige Adresse suchen, Parkplatz finden, im Auto sitzen bleiben und erst noch ein wenig gucken und überlegen. Weil, noch wäre ja Zeit umzudrehen und sich eine plötzliche Migräne zu nehmen. Oder vielleicht doch eine OP am offenen Herzen ohne Narkose vornehmen zu lassen. Alles besser, als das, worauf ich mich da einlassen will.

Aber kneifen gilt nicht. Denn sein Leben umzustellen bedeutet nicht nur, abzunehmen. Es bedeutet auch, aus der eigenen Komfortzone herauszutreten und Dinge zu versuchen, die man noch nie gemacht hat, obwohl sie einen faszinieren. Obwohl man sie wirklich toll findet, wenn man sie von anderen hört, liest oder sieht.

Und es bedeutet auch, sich nicht weiter hinter der eigenen Scham zu verstecken. Meiner Scham ob meines Körpers. Ob meiner Unsportlichkeit, Untrainiertheit, der vielen Narben am Körper, der kaputten Gelenke, Sehnen und Bandscheiben. Der Unbeweglichkeit.
Es bedeutet, sich der Angst zu stellen, ausgelacht zu werden. Wieder gehänselt zu werden. Sich wieder so zu fühlen, als wäre man minderwertig, klein, dumm, ungeschickt, häßlich.

Also einatmen. Ausatmen. Autotür öffnen. Aussteigen. Tasche rausnehmen. Autotür schließen. Auto abschließen. Dann der Gang durch diese lange, dunkle Einfahrt. In einen Hinterhof. Rechtsrum? Linksrum? Keine Ahnung. Also linksrum. Verkehrt. Umdrehen. Doch lieber wieder zum Auto gehen? Weil, man findet ja die Eingangstür nicht.
Nein, also in die andere Richtung. Eine Tür. Innen Licht.

Einatmen. Ausatmen. Schlucken. Klopfen. Reingehen.

Und dann war es soweit:

Mein erstes Mal Krav Maga. 🙂 🙂 🙂

Und nein, ich bin nicht wie befürchtet, beim aufwärmen kollabiert.
Ich habe nicht vor Überanstrengung dem Trainer vor die Füße geko…
Ich habe nicht geweint.

Und es hat riesig Spass gemacht!
Ich bin jetzt Besitzerin eines Tiefschutzes.

Und ja, es hat verflixt weh getan. Hinterher. Heute ziehen die Muskeln ganz nett, aber erträglich. Morgen werde ich vermutlich heftigst leiden. Muskelkater kommt bei mir immer erst am zweiten Tag so richtig durch.

Und ich werde wieder hingehen. 🙂
Ich bin nämlich jetzt außer stolzer Besitzerin eines Tiefschutzes (ich wußte nichtmal, dass es sowas für Frauen gibt!) auch freudestrahlende Besitzerin einer 10er Karte. Da ich kein Typ für so dauerhafte Mitgliedschaften oder Vereinsdinger bin. Da zahl ich lieber etwas mehr, aber bin nicht gebunden.

Leute, hat DAS Spaß gemacht.

17.10.2016: Schnellste Zeit bisher gewalkt und gelaufen. Der Geheimtipp

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Das kennen wir ja.

Und da mein Körper definitiv nicht zum laufen geschaffen ist, bin ich ja schon froh über jeden Meter, den meine Achillessehnen mitmachen.

So habe ich mich langsam und vorsichtig auf eine Strecke von mittlerweile 6 bis 7 Kilometern herangetastet. Und davon laufe ich inzwischen 4 Stücke von mehreren hundert Metern.

Klar, nicht viel für einen echten Läufer, aber für mich sind das echt Welten!

Und von einer anfänglichen Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 5 km/h bin ich inzwischen bei über 6 km/h angekommen.

Und heute hab ich die ultimativ schnellste Runde bisher hingelegt. 6,79 km/h.

Wie das geht?

Ähem – nun, keine Toilette weit und breit und ich musste auf einmal ziemlich doll…
Irgendwas ist ja immer 😉

12.10.2016: Was einem vor dem abnehmen keiner sagt

Irgendwie hat man, wenn man abnehmen will, immer nur die angenehmen Dinge vor Augen, wenn man sich vorstellt, wie es dann mal sein wird, wenn man weniger Fett am / im Körper hat.

Und kein Ratgeber, kein Magazin, keiner sagt einem, das nicht alles rosarot ist und voller Einhornstaub glitzert. Weder auf dem Weg dahin, noch am Ziel.

Machen wir uns nichts vor. Abnehmen ist nix für Weicheier. Und die Nebenwirkungen auch nicht.

Während dessen kann es passieren, dass man Mundgeruch bekommt, weil der Magen leer ist, weil man sich in einer Ketose befinde oder weil Mars in ungünstiger Konjuktion zum Gartenschlauch steht. Und das blöde ist, man selber merkt es kaum. Und wenn, dann ist es schon so schlimm, dass man vermutlich eh kein soziales Leben mehr hat – und dann ists auch egal, wenn man Mundgeruch hat.
Die positive Seite: Vielleicht wird man vom Großraumhühnerkäfig in ein Einzelbüro versetzt.

Verdauung… auch so ein Thema. Die kann beim abnehmen die merkwürdigsten Dinge veranstalten. Durchfall, Verstopfung, die Arbeit komplett einstellen, um sie im ungünstigsten Augenblich lautstark wieder aufzunehmen – und manchmal alles auf einmal…

Sitzen. Ja, sitzen kann zum Thema werden.
Ich bin Reiter. Und Büromensch. Und Autofahrer. Und somit eigentlich ausgesprochen sitzerprobt. Und auf einmal tun mir beim sitzen die Gesäßknochen weh. Sprich, reiten ohne Sattel ist erstmal dem Pferd zuliebe gestrichen. Und wie ich einen längeren Wanderritt überstehen soll, darüber mach ich mir Gedanken, wenn es soweit ist.

Blaue Flecken: Je mehr ich mich meinem Normalgewicht genähert habe, desto mehr blaue Flecken bekomme ich. Und nicht nur so kleine hier und da. Ich sehe teilweise aus, als hätte ich gegen beide Klitschkos zugleich geboxt und verloren.
Ich hab mal meine neue Hausärztin danach gefragt und meine bunt schillernden Errungenschaften vorgezeigt. Sie fragte anfangs vor dem gucken auch, ob ich von blauen Fleckchen reden würde. Und dann war sie doch äußerst beeindruckt, als ich ihr meine postkartengroßen Blutergüsse am Körper zeigte.
Ja, ich bin manchmal etwas ungestüm und neige dazu, gewisse Ecken und Kanten mithilfe meines Körpers abrunden zu wollen. Gab bisher nen normalen blauen Fleck. Aber nicht sowas.
Ihre Erklärung: Die Blutgefäße etc. sind jetzt nicht mehr so gut durch die Fettschicht geschützt. Also gleiche Aufprallgeschwindigkeit = mehr Verletzung = mehr Blutaustritt.

Aber wir Reiter sind ja härter. Alles unter einem Liter Blutverlust gilt nicht als offene Wunde.

Frieren. Momentan ein ganz großes Thema bei mir. Eigentlich bin ich…. nein war ich ziemlich abgehärtet und recht kälteunempfindlich. Klar, wenn man täglich bei Wind und Wetter drei bis vier Stunden draussen war.
Und jetzt? Wir haben kuschelige 12 bis 14 Grad draussen. Da war ich früher mit Pulli unterwegs und wir war warm.
Nun hab ich jetzt schon die Daunenjacke rausgeholt, bade heiß, trinke heißen Tee und FRIERE wie ein Schneider!!!! Ich Weichei!

Veränderungen im Raum. Irgendwie passt mir meine Wohnung nicht mehr. Ich mein, ich kenne diese Wohnung schon sehr lange. Einige Jahrzehnte. Und habe mich früher in ihr auch mit geschlossenen Augen sicher bewegt.
Nun passiert es, dass ich z. B. in der Küche stehe, wo ich immer stehe und mit dem mir eigenen, elefanten…. ähhhh eleGANTEN Hüftschwung die Kühlschranktür, die Schublade oder eine Schranktür zustupsen will – und ins stolpern gerate. Weil, was da früher passte, passt nicht mehr. Der Abstand zwischen meinem Körper und den Möbeln hat sich verändert.

Haarausfall. Machen wir uns nix vor. Ich hatte schon vor der Abnahme nicht die  Wallemähne eines Shampoo-Models. Aber während der Abnahme gab es Phasen, in denen mir die Haare ausfielen wie nichts gutes. Blutbild ist übrigens top gewesen.
Erklärung: Hormonelle Umstellung, da Fett als Hormonspeicher dient. Baut man Fett ab, gehen damit auch gespeicherte Hormone weg. Irgendwie sowas. Ist mir auch egal, ich will einfach nicht noch dünnere Haare haben. Hat sich inzwischen aber wieder ein wenig eingependelt.

So, das waren die Dinge, die mir ad hoc eingefallen sind.
Was habt Ihr an negativen Beobachtungen beim abnehmen zu spüren bekommen?

 

morgen-ist-ein-neuer-tag-und-ich-bin-dabei

11.10.2016: Und nun? – Oder: Was fang ich damit jetzt an? Die magische Zahl…

Tja, da steppt man morgens auf die Waage, wie immer in letzter Zeit nichts Gutes erwartend, außer dem üblichen Waagen-Auf-und-Ab der letzten Zeit.

Und guckt.

Geht von der Waage runter.

Geht nochmals auf die Waage.

Und da ist sie: Die magische Zahl, auf die man hingearbeitet hat. Mit Kalorien zählen, Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, walken und laufen gehen, fluchen, Rückfällen, erneuten Anfängen, mit allen Aufs und Abs, die man sich so vorstellen kann. Körperlich, psychisch…

Und dann steht man da, auf der Waage und hat das Ziel erreicht.

Dieses eine Ziel, dass man seit Ewigkeiten im Kopf hat.

22 Kilo abgenommen.
44 Pfund.

Und ja, ich bin schon ein wenig stolz auf mich.
Und jetzt muss ich das erst einmal sacken lassen.

Am Ziel?
Nein… Doch dazu demnächst mehr…

diattraum

28.09.2016: Ich bin 140 mal schneller als ein Seestern – Yeah! :o/

Ok, was gibts Neues?

Nach wochenlangem auf und ab morgens auf der Waage, bei dem sie mich schier in den Wahnsinn trieb, da sie von einem Tag auf den andere mal zwei Kilo mehr, mal 1,5 Kilo weniger, ein Kilo mehr, 1,50 Kilo weniger, eins rauf, ein halbes Kilo runter…. bla bla bla – Ihr wißt schon -, anzeigte, war es heute morgen so weit:

Tiefststand.

– 21 Kilo.
BMI inzwischen 23,9.

Holla die Waldfee – ist das mal geil? :o))))

Früher hätte ich aufgegeben und mich irgendwann mit der doppelten Portion Chips auf der Couch wiedergefunden.

Irgendwie habe ich innerlich gerade meine bockige Phase. Der Körper will nichts hergeben? Ok. Dann guck ich mal, wie lange er das Spiel so mitmacht, dass ich mir ausgedacht habe.

4 x die Woche Kraftübungen mit dem eigenen Körpergewicht nach Mark Lauren.
7 x die Woche die Schrittzahl vollmachen, die ich inzwischen auf 12.000 erhöht habe.

Und davon laufe ich inzwischen wieder kurze Reprisen. Nur kurz, damit die Achillessehnen, die ja noch immer die chronische Entzündung haben, nicht gleich wieder in Streik treten.

Und so habe ich heute drei kurze Laufeinheiten absolviert. Die Strecken, da lacht jeder Normalo drüber. Aber ich freu mich.

Und dann war ich heute so schnell wie noch nie beim gehen.

6.31 Stundenkilometer. Nicht viel? Nicht schnell? Für mich schon.

Und so ein Laufzeitenrechner hat mir gesagt:

Du bist 140.22-mal so schnell wie der schnellste Seestern.

Na, wenn das mal nix ist! :o))))

freuen