30.12.2016: Du bist so klein und zierlich. HÄH??

Es war fast surreal…
Da gehe ich mal wieder auf ein Metal-Konzert, um einige Fotos zu  machen, wie ich das so hin und wieder mal mache. Zwischendrin brauch ich manchmal ordentlich was auf die Ohren, um das Gehirn durchzupusten.

Und wie immer, schleiche ich mich zwischendrin mal raus, um eine zu rauchen und schonmal die ersten Bilder in der Kamera zu sichten.

Und wie immer, stehen auch andere Raucher draussen und man kommt ins Gespräch. Dieses Mal waren es drei junge Männer.

Wie das Leben so spielt, kommt das Thema auf Krav Maga. Und da schaut mit der eine junge Mann an und es kommt so völlig spontan aus ihm herausgesprudelt:

„DU machst Krav Maga?? Hätte ich ja nie gedacht! Du bist doch so klein und zierlich!!“

Ich hätte ihn am liebsten adoptiert! :o))))

Und alle waren sich einig, ich seie klein und zierlich. Und ich konnte es nicht fassen. Weil ich mich völlig anders wahrnehme.

Jungs, auch wenn Ihr das hier nie lesen werdet, Ihr habt mir das schönste Abschiedsgeschenk für 2016 gemacht.

Und dafür bin ich gerne mit einem von Euch Arm in Arm und flirtend wieder rein, um Deinen Kumpel eifersüchtig zu machen.

Ich bin so klein und zierlich. Unfassbar!
So sah ich heute Abend aus. Und das ist doch alles andere als klein und zierlich:
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Jungs, ich hab Euch lieb! :o*

Kida!

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23.12.2016: Glücklich – die Rückschau

 

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Lächeln – damit ich Eure Seelen einfangen kann!

Erstmal die Fakten: – 24 Kilos.

Das sind zwei weniger, als ich geplant hatte.
Und nun soll noch ein weiteres Kilo folgen und dann sehe ich weiter.

Was hat sich so alles geändert?

Ich schaffe mittlerweile 4 Kilometer am Stück zu laufen. Nicht schnell, nicht schön – aber 4 Kilometer. Und die Achillessehnen halten.

Ich bin im neuen Job wirklich glücklich. Nach der Bruchlandung im letzten Job, der 4 Jahre lang die Hölle war, habe ich wieder das Gefühl, irgendwo angekommen zu sein, wo man eine berufliche Heimat finden kann, wo man als Mensch wahrgenommen wird, wo die Arbeit gewertschätzt wird und man nicht nur zur Bedienung der persönlichen Eitelkeiten dient.

Die körperlichen Veränderungen sind jetzt so deutlich, dass ich sie selber auch sehe.

Und irgendwie zieht das Veränderungen im Inneren nach sich.
Ein banales Beispiel ist der Kauf von Bekleidung. Früher ein Horrorszenario. Nichts saß wirklich und oft genug endete der Versuch, eine neue Bürohose zu bekommen, mit Tränen.

Jetzt sitzen die Hosen, einige Nummern kleiner zwar, immer noch beschissen, dank meiner Eieruhrfigur (blöd wenn  man in den Oberschenkeln 40 oder 42 braucht, in der Taille aber mit mittlerweile 36 / 38 hinkommt *nerv*) immer noch beschissen, aber ich kann es mittlerweile der Kleidung zuschieben und nicht mehr mir selber.
Oder wenn etwas zwar passt und sitz, aber einfach mir nicht steht, kann ich schlicht sagen: Steht mir nicht. PUNKT. Wo es früher hieß: Ich bin zu häßlich dafür.

Häßlich bin ich zwar immer noch, aber das steht ja auf einem anderen Blatt. :o)

Diese Versagensgefühle beim Kleidungskauf sind weg.

Ich merke, wie ich mich mehr traue. Weiter aus meiner Komfortzone rausgehe. Ein Spruch, der mir dabei geholfen hat, war: „Was hab ich zu verlieren? Eben. Und im schlimmsten Fall wird es eine Erfahrung.“

Ich habe alte Freunde per Zufall wiedergefunden und wir konnten anknüpfen, wo wir vor knapp 20 Jahren aufgehört haben.

Ich habe neue Bekannte kennengelernt und dadurch viele neue Erfahrungen gemacht.

Ich habe das Gefühl, ein Stück weit der Mensch geworden zu sein, der ich gerne wäre. Und am Rest wird weiter gearbeitet.

Ich habe aufgehört, Ratgeber zur Persönlichkeitsentwicklung zu lesen. Denn nun kann ich sagen: Es lag nicht an mir! Es lag am früheren Chef, Job, Kollegen… der ganzen Konstellation. Ich bin ok im Beruf. Ich bin wirklich gut. Erstaunlich, wie so einige Jahre einem das nehmen können.

Ich kann wieder laut sagen:
Ja, ich bin ein guter Mensch. Hilfsbereit, tierlieb, helfe alten Omis über die Straße (ob sie wollen oder nicht *gg*), fröhlich (wieder!), lustig, humorvoll, tiefgründig, kann wirklich gut gönnen, kann gut frozzeln…. ich bin NETT. Und wer nett für die kleine Schwester von Scheiße hält, hat echt ein Problem. Denn nett sein ist nichts schlechtes!

Und ich blicke zurück auf dieses Jahr und kann jetzt, zu genau diesem Zeitpunkt sagen:

Ich bin glücklich.
Und dankbar.

Ich habe einen Job. Genug zu essen. Ein Dach über dem Kopf. Bin weitestgehend gesund. Ich habe Freunde und Bekannte. Ich fühle mich in meinem momentanen Umfeld gut behandelt

Danke, 2016. Du hast so hart angefangen. Ich bin in Dir und an Dir und Deinen Vorgängern fast zerbrochen.
Aber Du hast mir auch die schönste Zeit seit langem beschert.

Ich wünsche allen, dass sie glücklich sind. Ob jung ob alt, ob groß ob klein, ob dick oder dünn, ob Mann oder Frau….

In diesem Sinne Euch allen ein gesegnetes Fest des wiederkehrenden Lichtes.

Lächeln – damit ich Eure Seelen einfangen kann!

02.12.2016: Läuft! Wer? Ich? Niemals! – Doch!!!!

Ich bin fassungslos!!!!! Ich habe heute die längste Strecke am Stück laufend zurückgelegt!

Ich hatte ja einfach nur die Schnauze voll davon, nicht laufen, nicht wandern zu können. Mein Körper hat mir ja die letzten Jahrzehnte immer deutlich gesagt: Kann ich nicht. Und wenn Du mich zwingst, geh ich kaputt. Und er war da sehr einfallsreich und ausgesprochen kreativ. Von hamlosen Dingen wie Rückenschmerzen über Knieschmerzen bis hin zu richtig fieser Achillessehnenentzündung – bei der er sogar beschloss, diese als erfolglos austherapiert chronisch werden zu lassen – war alles dabei. Kein Thema.

Und dieses Jahr im Sommer hat es mich gepackt. Ich WOLLTE das. OBWOHL ich laufen HASSE!

Also bin ich im dunklen los. Damit mich keiner sieht. Weil ich mich zu Tode geschämt habe.

Und hab mir einige Runden ausgeguckt, die vom Boden her für meine Sehnen gehen. Sandboden oder weicher Boden ist nämlich leider gar nicht so gut für die Achillessehnen. Aber der Asphalt halt nicht für die Schienbeine – und irgendwas war ja immer. *nerv*

Und somit bin ich losgeGANGEN. Einfach nur rechter Fuß, linker Fuß. Gehen. Und dann hab ich angefangen mit 30 Metern laufen. Also eben nicht die Gehbewegung, sondern sowas in der Art wie eine Laufbewegung.

Und dann wieder gegangen. Und ein zweites Mal 30 Meter. Und kam heim und war fertig. Die Sehnen waren dick, rot, heiß und schmerzhaft.

Aber viel Eis, lange viel Eis, hilft viel. Vor allem in Kombi mit reichlich Ibu 800.

Und ganz lange hab ich so rumgekrebst. Trotz täglichem losstiefeln. Nichts ging voran. Die Teilstücke wurden nicht länger. Und wenn ich dochmal ein längeres Teilstück geschafft hatte, wars beim nächsten Mal wieder völlig grütze.

Und bis diesen Montag hab ich jeweils ein Teilstück von 1200 Metern geschafft und eins von 800 Metern.

Und heute?

Ich hatte so dermaßen keinen Bock. Und Gier auf Schokolade. Und Zimtsterne. Und Chips. Und überhaupt. Hauptsache viel. Fettig, süß, salzig. Und auf Couch. Vielleicht noch heißen Kakao dazu.

Und dann hab ich gedacht: Neeee. Du bist jetzt so weit gekommen. Von 30 Metern auf 1200 Meter. Und hast gerade eh nicht die Zeit täglich zu gehen und zu „laufen“, sondern schaffst eh nur zweimal die Woche. Mach Dir das nicht kaputt. Reiss Dich zusammen. Beweg Deinen faulen Arsch. Und geh los. Und wenn Du nur gehst, nicht läufst, aber geh.

Und was mach ich??????

Ich schaffe 3.400 Meter am Stück zu laufen!!!! Das ist fast die ganze kurze Runde!!! Und ich hätte, als ich wieder an meinem Haus ankam, noch weiter laufen können!

Ich bin echt glücklich! Auch, weil die Sehnen inzwischen halten. Trotz Vernarbungen. Trotz Verklebungen. Trotz Verkürzung.

Für einen echten Läufer ist das echt nichts. Zu kurz. Zu langsam. Für mich ist es echt etwas ganz, ganz großes.

Laufen. Ich. Unfassbar!

Welt – lass Dich umarmen!!!!diattraum